Drei Tickets für Hawaii |
| Veröffentlich am 08.07.2009 |
Triathlon Knobloch, Hille und Scherer holen sich in Frankfurt Startrecht für Ironman-WM - Waid W45-Europameisterin
(Main Echo vom 08.07.2009)
Es war mal wieder ein beeindruckendes Feuerwerk. Der "längste Tag des Jahres 2009" begann am Sonntag um 6.45 Uhr im Morgengrauen mit Raketen am Langener Waldsee und endete um 23 Uhr auf dem Frankfurter Römerberg mit bunt erleuchtetem Himmel. In diesen 16 Stunden wurde die Ironman-Geschichte weitergeschrieben: Drama oder Heldenepos - die Kapitel fallen für die Teilnehmer ganz unterschiedlich aus.
Manfred Scherer (TSG Kleinostheim) blieb beim Ironman in Frankfurt dank seiner guten Schwimm- und Laufzeit deutlich unter zehn Stunden.
Auf der zweiten Hälfte der Laufstrecke kam der Hammer. Enrico Knobloch , Profi-Triathlet (Schaafheim)
In stärkster Teilnehmerzahl seitdem Frankfurt Austragungsort des Ironman Germany (seit 2002) ist, leisteten die Starter der Region Bayerischer Untermain dazu ihren Beitrag. Gewissenhaft, gar professionell vorbereitet, gingen sie die Herausforderungen 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und den abschließenden Marathon über 42,195 Kilometer an. Die große Hitze forderte aber ihren Tribut und zwang einige Athleten zur Aufgabe. Selbst Profi-Triathlet Enrico Knobloch aus Schaafheim berichtet von überhöhtem Energieverbrauch und Flüssigkeitsverlust bedingt durch die hohen Temperaturen. "Ich habe nach dem Radfahren noch aussichtsreich auf Platz neun gelegen, aber auf der zweiten Hälfte der Laufstrecke kam der Hammer. Ich war völlig dehydriert und kämpfte mit Magen-Darmkrämpfen. Platz zwölf bei den Profis hätte für die direkte Qualifikation nicht gereicht, umso mehr freue ich mich über einen Platz als Nachrücker. Unabhängig davon ist jetzt erst mal eine Analyse meines Ernährungsplanes fällig."
Gleiche Zeit wie vor 17 Jahren Die beste Platzierung erreichte die 46-jährige Marion Waid (TriaTeam Seligenstadt). Sie wurde Neunte der Frauenwertung und ließ bei dem als Ironman-Europameisterschaft geführten Wettbewerb in Frankfurt in ihrer Altersklasse W45 alle Konkurrentinnen hinter sich. Waid kann auf eine bemerkenswerte Statistik verweisen: "Bei meinem ersten Ironman im Jahre 1992 bin ich auf die Sekunde genau dieselbe Zeit gelaufen. Ich habe bei der Vorbereitung in diesem Jahr auf mehr Qualität Wert gelegt und neue Akzente gesetzt. Mein Startrecht für Hawaii habe ich abgelehnt. Ich war schon zweimal dort, eventuell wird es alternativ im Dezember 'mal der Ironman in Australien."

Überglücklich über ihre Qualifikation sind hingegen Arnd Hille und Manni Scherer von der TSG Kleinostheim. Ihre Altersklasse M40 ist die Gruppe mit den meisten Teilnehmern und hoher Leistungsdichte, die Entscheidungen sind entsprechend knapp. Hille und Scherer haben in den vergangenen Monaten viel zusammen trainiert und werden mit Ehefrau und Vereinskameradin Claudia Hille gemeinsam Reisepläne schmieden. Claudia Hille hat ihr Ticket für Hawaii 2009 schon im September 2008 in Wisconsin gelöst.
Noch nie zuvor gab es so viele Rookies (Neulinge) unter den Heimatathleten. Für sie galt es vor allen Dingen durchzukommen. Auch von ihnen wurde manche Geschichten geschrieben. Jochen Hoffmann (TSG Kleinostheim) etwa kämpfte selbst auf der vierten Laufrunde mit den letzten Reserven, hatte aber noch die Kraft, für drei seiner Vereinskameraden den Motivator zu spielen. "Peter Ungemach und ich sind zusammen eingelaufen, er wollte nicht mehr. Da bin ich bei ihm geblieben und habe ihn mit ins Ziel geschleppt", erklärt er die identische Zielzeit. Birgit Reuter
Zuletzt geändert am: 03.03.2011 um 09:48
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